Abschlussfahrt der 9c nach Berlin

Berlin: Ein Klassiker

Für eine Abschlussfahrt gibt es viele Möglichkeiten – und einen Klassiker: Berlin. Nicht ohne Grund, wovon wir uns fünf Tage lang selbst überzeugen konnten. Von der Indestadt zur Spreemetropole in sieben Stunden – mit dem Intercityexpress in die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.

Doch schon kurz nach der Ankunft wurde uns bewusst: Unbegrenzte Zeit – Fremdwort. Bettlektüre oder Handheld konnten in den Tiefen des Koffers verschwinden. Dafür waren Ersatzakkus für die Digitalkamera gebraucht – die ersten beiden Tage in der deutschen Hauptstadt bestanden fast ausschließlich aus Sightseeing, und auch für den Rest der Fahrt waren nicht wenige Sehenswürdigkeiten angesetzt. Das war auch gut so, denn in Berlin gibt es viel zu sehen. Dennoch kann kein Berlinbesucher behaupten, er hätte alles Sehenswerte gesehen – hinter zu vielen Ecken warten neue Geheimnisse, die nur darauf warten, gelüftet zu werden. Die Hauptattraktionen (Brandenburger Tor, Bundestag, Siegessäule, Fernsehturm, Olympiastadion, Madame Tussaud's etc.) konnten wir aber erkunden. Im Bundestag und im Olympiastadion wurden für uns Führungen durchgeführt; weswegen wir auch den Plenarsaal des Bundestages und die Kabinen und die VIP-Lounges des Stadions betreten durften. Und als ob die Füße nicht schon genug wehtäten, gab es am Dienstag, Tag 2, noch eine Disko – in der angeblich Platz für 900 Menschen war; tatsächlich herrschte eine gewisse Enge. Besorgte Eltern dürfen beruhigt werden: Eintritt nur für Schulklassen, Alkohol nur für Lehrer.

Die beiden Tage danach wurden jedoch etwas lockerer angegangen. Nun gewährten die Lehrer uns auch ein paar Stunden Freizeit. Die Bahn macht mobil – das gilt auch und ganz besonders für Berlin. Mit unseren Nahverkers-Wochentickets war es möglich, sich komplett frei zu bewegen und einen beliebigen Ort innerhalb Berlins zu erreichen. Die Untergrundbahn fährt auf den meisten Linien im Fünf-Minuten-Takt, lange Wartezeiten sind ausgeschlossen. Es sei denn, es wird gebaut. Einige Liebfrauenschüler hatten ihre Erfahrungen mit der Sanierung einer der Stationen nahe des Hostels gemacht: Der Ersatzverkehr mit Bussen war nicht sehr gut ausgeschildert, selbst manch ein Berliner blickte da nicht durch.

Alternativ zum freien Erkunden der Stadt gab es für uns die Möglichkeit, diverse bekannte Museen wie das Naturkundemuseum oder das Technikmuseum zu besuchen, wobei die Zeit für solch große Ausstellungen nicht reichte. Allein um alle Exponate des Naturkundemuseums zu betrachten und sich ihre Informationstäfelchen durchzulesen, wäre die ganze Klassenfahrt notwendig. Eine Beschränkung auf einzelne Themen war also unumgänglich.

Außerdem besuchten wir ein Varieté, eine Mischung aus Zirkus und Theater, das Hard Rock Café in Berlin, wo wir ein gemeinsames Abendessen zu uns nahmen, und die Ausstellung "The Story of Berlin" mit einem originalen Atombunker aus dem Kalten Krieg.

Freitag hieß es dann schon Abschied nehmen – mit dem Intercity, etwas langsamer, aber dafür wesentlich komfortabler, was viele zum Anlass für ein Nickerchen nahmen, ging es zurück in die Indestadt, wo unsere Klassenfahrt am Hauptbahnhof endete. Letztendlichwaren wir uns einig: Berlin ist nicht umsonst der Klassiker für eine Abschlussfahrt.

Text: Pascal O. Gil, 9c

 

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