Europas Schüler bauen Brücken zueinander
Berliner Doppelpack: Deutsch-deutsches Umweltprojekt mit unserer Zeitung geht mit Ehrung zu Ende, Köhler startet neue Reihe.
VON UNSEREM REDAKTEUR BERND BÜTTGENS
BERLIN. Der Bundespräsident legte sein Redemanuskript einfach beiseite. Ja, das machte ihm
offensichtlich viel Spaß: die Begegnung mit den Schülern aus Deutschland und fünf
osteuropäischen EU-Staaten. Und so legte Horst Köhler los, wie das wohl kaum einer der
200 Zuhörer - Jugendliche, Lehrer,
Zeitungsredakteure, Projektinitiatoren - erwartet
hatte. "Ihr müsst miteinander ins Gespräch kommen, denn ihr seid Europas Zukunft", rief
er den jungen
Leuten zu. "Wahrscheinlich habt ihr ein viel besseres Gefühl dafür als alle Politiker,
die sich ständig darüber unterhalten."
Dass bei dem Projekt "Umwelt baut Brücken -Jugendliche im europäischen Dialog", für das
Köhler wie auch seine Kollegen in Ungarn, Polen und Slowenien die Schirmherrschaft
übernommen hat, dieses Wir-Gefühl entstehen wird, daran hat der Bundespräsident keinen
Zweifel. "Es gibt kein besseres Zukunftsthema
als dieses, um ins Gespräch zu kommen, um sich kennen zu lernen."
In der groß angelegten Aktion haben sich starke Partner zusammengetan.
"Umwelt baut Brücken" ist ein Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
in Kooperation mit dem Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren
(IZOP) sowie 20 renommierten Tageszeitungen aus den sechs Projektländern. Unsere Zeitung
gehört dazu.
Insgesamt, so konnte IZOP-Chef Peter Brand in Berlin beim Startschuss verkünden,
nehmen 68 Schulen mit über 5000 Schülern teil. Jeweils eine deutsche Schule und eine
osteuropäische Schule sind Partner. Und gemeinsam werden die Schuler dann Umweltthemen
recherchieren und für die Zeitung aufbereiten. Sie verbringen zweimal eine Woche miteinander
und sind in den jeweiligen Familien zu Gast.
Köhler war begeistert und hielt sich nach dem Startschuss des Projektes, das durch die
Freischaltung der Internetseite symbolisiert wurde, noch viel länger bei den jungen Leuten
auf, als es sein strenges Protokoll eigentlich gestattete.
Eschweiler ganz vorne
Doch wurde der Blick in diesen Berliner Tagen nicht nur nach vorne gerichtet. Mit der
soeben abgeschlossenen dreijährigen Projektarbeit "Jugend recherchiert Umwelt -
100 Schulen im Dialog" konnten nicht nur die Bundesstiftung Umwelt, das IZOP-Institut und
die beteiligten deutschen Tageszeitungen zufrieden sein. Den größten Applaus erhielten
im Reichstagsgebäude die ausgezeichneten Schüler von 15 Schulen.
Als Bundestagspräsident Norbert Lammert die Platzierten aufrief, war die Freude und
der Stolz an den Gesichtern abzulesen. Für ihre journalistischen Arbeiten wurden die
jungen Leute ausgezeichnet, für ihre Rechercheleistung bei einem Umweltthema, das sie
im Rahmen des Projektes kennen gelernt hatten. Praktisches, weil auch regionales
Beispiel: Die Klasse 10 a der Bischöflichen Liebfrauenschule in Eschweiler gehörte
mit ihrer Lehrerin Maria Becker zu den besonders Gelobten- In ihrer deutsch-deutschen
Begegnung
mit dem Bertolt-Brecht-Gymnasium in Brandenburg waren die jungen Umweltforscher den
Restauratoren auf die Pelle gerückt, die im Potsdamer Schloss Sanssouci wertvolle
Skulpturen wiederherstellen. "Das war ein tolles Projekt", erzählte Lukas Kellermann
ganz begeistert, "wir waren ganz nah dran und haben viel über die Umwelt erfahren."
Viel auch über die Schüler im Osten des Landes. Und darauf, so unterstrich Laudator
Lammert besonders, kam es auch an: Sensibilität für Umweltthemen wecken und Brücken zu
anderen jungen Leuten bauen.
Infos im Internet:
www.umwelt-baut-bruecken.de
Unsere Schulen
Aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung sind folgende Gymnasien (in Klammern die
Partnerschulen} beteiligt:
Rurtalgymnasium Düren (Gymnázium Jana Nerudy, Prag);
Bischöfliche Liebfrauen Schule
Eschweiler (Leo wey Klára Gimnázium, Pécs in Ungarn);
Inda-Gymnasium Aachen (Herman Ottó
Gimnázium, Miskolc in Ungarn);
Couven-Gymnasium Aachen (Ungarndeutsches Bildungszentrum
Baja in Ungarn);
Gymnasium Baesweiler (VIII Liceum Ogólnoksztacace in Krakau)