Und Gott spricht mit der
Stimme des Schulleiters
ez (ran) | 27.05.2009
Eschweiler.
Und Gott zürnt den Menschen: «Sie ersaufen in den Sünden, ohne dass sie es
empfinden, kennen nicht Gott und kein Gebot, aber klagen in der Not. Dass sie
der Erlösung bedürfen, bedenken sie nicht beim Schampusschlürfen. Drum will ich
nun Jedermann richten, die Ärgernisse der Welt vernichten.»
So
schickt er also den Tod, um das üppige Leben des reichen Herrn Jedermann zu
beenden, ihn zuvor aber zur Umkehr und Reue zu bewegen.
Den Weg dorthin zeichnete der Literaturkurs der
12. Jahrgangsstufe der Bischöflichen Liebfrauenschule am Dienstagabend bei der
Premiere des Theaterstücks «Jedermann als Mann von Welt - das moderne Spiel von
Macht und Geld», das Kursleiter Heinz-Theo Frings nach der berühmten Vorlage
von Hugo von Hofmannsthals Drama verfasste, nach.
Dabei verlangten die Schauspieler den Zuschauern
nicht nur intellektuell - den Text verfasste der Autor originalgetreu in
Versform - sondern durch Ortswechsel auch körperlich einiges ab. Fanden nämlich
die Akte eins, zwei und fünf in der Schulkapelle statt, startet die Fete der
Akte drei und vier auf der Bühne der Aula. Nach zwei kurzweiligen, aber
nachdenklich stimmenden Stunden, folgte der verdiente Lohn: langanhaltender
Applaus der begeisterten Zuschauer und -hörer.
Mit zahlreichen Bezügen zur Aktualität bewies
Heinz-Theo Frings als Autor und Regisseur ein feines Gespür für die Zeichen der
heutigen Zeit. Und auch die Schüler zeigten mit ansteckender Spielfreude, dass
ein Theaterstück, dessen Stoff bereits im Mittelalter bekannt war, auch heute
noch packend sein kann.
Ein gewichtiges Wort hatte übrigens auch
Schulleiter Dr. Manfred Meier beim «Jedermann» mitzureden. Er lieh keinem
Geringeren als Gott seine Stimme.
Am Donnerstagabend steigt ab 19.30 Uhr die zweite
Aufführung in der Schulkapelle sowie der Aula.







