Party-Gäste erleben die Bussi-Bussi-Gesellschaft


(EN) | 28.05.2008, 14:55

Eschweiler. Die Schüler des Literaturkurses II der Bischöflichen Liebfrauenschule brachten am Dienstag unter der Regie von Herbert Thomé das Theaterstück «Der Menschenfeind» von Molière in einer Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger auf die Bühne ihrer Aula. Und ernteten nach zwei grandiosen, aber auch nachdenklich stimmenden Stunden verdient «standing ovations».

Die lebensfrohe Céliemène (Eva Weihrauch) hat zur Party eingeladen. Die üblichen Verdächtigungen sind erschienen, sonnen sich in ihren Erfolgen und üben sich im Smaltalk. Nur Alceste (David Gerhard) kann mit dem oberflächlichen Getue rein gar nichts anfangen.

Er stellt Ansprüche an seine Mitmenschen, die diese weder fähig noch gewillt sind, zu erfüllen. «Der Menschenfeind» bringt seine Ablehnung mit drastischen Worten zum Ausdruck: «Am liebsten möchte ich die Menschen ganz vermeiden.» Mit einer Ausnahme. Alceste ist unsterblich in Céliemène verliebt.

Sie ist jedoch fester Bestandteil der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Trotzdem bleibt Alceste von Céliemène fasziniert. Er möchte sein Leben mit ihr verbringen. Allerdings nicht als Bestandteil der Gesellschaft, sondern in der Einsamkeit. Eine Wunschvorstellung, die nicht in Erfüllung gehen kann.

Am 4. Juni 1666 auf der Bühne des Pariser Palais-Royal uraufgeführt, hat Molières Gesellschaftskritik auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Diese Tatsache brachten die Jungschauspieler der Bischöflichen Liebfrauenschule, die die Handlung in die Gegenwart verlegten, mit beeindruckender Spielfreude und hoher schauspielerischer Qualität zum Ausdruck.